Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die Praxis der Tätowierung in der westlichen Welt eine regelrechte Blüte. Ein Protagonist dieser Zeit ist der Hamburger Tätowierer Christian Warlich, der als einer der bedeutendsten Tätowierer des 20. Jahrhunderts gilt und als „König der Tätowierer“ international bekannt wurde. 

Museum für Hamburgische Geschichte
Museum für Hamburgische Geschichte

Seit Dezember 2015 forscht Dr. Ole Wittmann im Rahmen des Pro-jektes „Der Nachlass des Hamburger Tätowierers Christian Warlich (1891–1964)“, kurz Nachlass Warlich, zur deutschen Tattoo-Ikone. Im November 2019 werden die Erkenntnisse des Forschungsprojektes in die von Wittmann kuratierte Sonder-ausstellung Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli am Museum für Hamburgische Geschichte einfließen. 

Objekte

Im Bestand des Museums befindet sich das bedeutendste Warlich-Konvolut, das die Grundlage für die Untersuchungen liefert. Der Objektkorpus wurde bisher weder umfassend erforscht noch der Öffentlichkeit oder Fachwelt zugänglich gemacht. Im Kontext der bisherigen Arbeit ist es zudem gelungen, weitere herausragende Objekte aus privaten und institutionellen Sammlungen für dieses Projekt zu erschließen. Somit können nicht nur neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in die Ausstellung einbezogen werden, sondern auch bisher nie gezeigte Gegenstände.

Die Bestände des Museums für Hamburgische Geschichte und deren Erforschung bilden die Grundlage für die weltweit erste umfassende Schau zu einer Leitfigur der globalen Tattoo-Geschichte.

Fragen der Ausstellung

Die komplexe Geschichte der Tätowierung in Deutschland mit Warlich als zentraler Figur wurde bisher nur lückenhaft untersucht. Das Forschungsprojekt Nachlass Warlich bietet erstmals die Möglichkeit, neueste und unveröffentlichte Forschungsergebnisse in die Schau einfließen zu lassen. Hierbei sollen grundsätzliche Fragen beantwortet werden: In welchem globalen Kontext ist Warlichs Schaffen zu verorten? Wie wurde Warlich zu einer Galionsfigur der Tätowierkunst? Wie gestaltete sich der weltweite Austausch und welche Folgen hatte er für die Formensprache? Wie kann Warlich, der etwa ein halbes Jahrhundert auf St. Pauli tätig war, innerhalb der Hamburger Tattoo- und Stadtgeschichte kontextualisiert werden? Wie stellen sich die interdisziplinären Themen dar, bei denen neben mikro-, lokal- und regionalgeschichtlichen medizinische, kulturanthropologische und auch kunstgeschichtliche Fragestellungen eine Rolle spielen? Gibt es einen Wandel im Hinblick auf die Bedeutung und Rezeption des künstlerischen Mediums sowie der kulturellen Praxis der Tätowierung? Schon zu Warlichs Lebzeiten fand durch ihn ein transatlantischer Austausch statt, kann man in den letzten Jahrzehnten gar von einer Globalisierung des Phänomens Warlich sprechen?

Ziel

Durch unterschiedliche Themenbereiche mit inhaltlich jeweils gemeinsamen Anknüpfungspunkten wird die weltweit erste umfangreiche Ausstellung zu einem der bedeutendsten Tätowierer des 20. Jahrhunderts gezeigt. Es soll gelingen, dieses äußerst bedeutsame Kapitel der Tätowiergeschichte zu veranschaulichen und erstmals in seiner lokalen wie später auch globalen Dimension herauszuarbeiten. Die Schau wird zudem die erste Tattoo-Ausstellung mit dem Hauptfokus auf Hamburg, die die Bedeutung für die allgemeine Geschichte der Tätowierung klar herausstellt.

KURATORENFÜHRUNG

Hier hast Du die Möglichkeit, eine Führung mit Dr. Ole Wittmann zu buchen

AUSSTELLUNGSORT

Ausstellungs-Website des Museums hier

LAUFZEIT

27. November 2019 bis 25. Mai 2020

Ausstellungseröffnung: 26.11.2019

FÖRDERER DER AUSSTELLUNG

FÖRDERER DES FORSCHUNGSPROJEKTES

Hamburger Stiftung zur Förderung von

Wissenschaft und Kultur

KURATOR

Dr. Ole Wittmann